Mit Beginn der neuen Saison wird „Schorsch“ neuer Abteilungsleiter der FCG-Fußballabteilung. „Schorsch“ Emmrich, ein knapp 45-jähriger Fußballbegeisterter und ehemaliger Kapitän der zweiten Mannschaft des FCG, sollte es ab der kommenden Saison richten. Wie dies zustande kam, fragen sich heute immer noch alle Beteiligten. Denn wer Schorsch die letzten Jahre erlebte, konnte diese Entscheidung nicht glauben. Schorsch ist seit über 10 Jahren verheiratet. Seit er seine Frau kennengelernt hatte, sah man ihn nicht mehr oft auf dem Sportplatz. Besser gesagt: nie. In den mittlerweile 10 gemeinsamen Jahren Ehe tranken Schorsch und seine Frau nur noch selten mal ein Bier oder an Geburtstagen auch mal ein Glas Sekt. Mehr wollte(n) sie nicht trinken. Auch ohne Alkohol lässt es sich gut leben, verteidigte sich seine Frau stets. Sagte sie zumindest. Bevor die beiden ein Paar wurden, sah das bei Schorsch ganz anders aus. Schorsch hatte immer ordentlich hingelangt und war der „Leader der Alkoholexzesse“. Ständig hat sich sein Umfeld gefragt, wie seine Leber das verschaffen konnte. Völlig unbegreiflich war somit dieser gravierende Lebenswandel zum Pantoffelhelden. Wie kann man sich von seiner Ehefrau so einlullen lassen, fragten sich seine Freunde immer wieder. Denn sie war es, die in der Ehe den Ton angab. Seit über 20 Jahren treffen sie sich, Schorsch und seine Freunde, zum gemeinsamen Stammtisch am Mittwochabend. Als Schorsch noch Single war, ließ er dabei kein Treffen aus. Mit Beginn der Ehe änderte sich dies schlagartig. Er kam nur noch hin und wieder zu den Treffen. In letzter Zeit kam er so gut wie überhaupt nicht mehr. Man kann sich vorstellen, dass seine Frau auch deswegen nicht den besten Ruf bei seinen Freunden genießt bzw. genoss. Die Hauptaussage der Kumpels: „Was hat der denn für eine Hexe zu Hause? Manche meinten auch, dass sie der bissigste Terrier in ganz Glaubschdued sei. So die gängige Zusammenfassung seiner Freunde. Und der wird jetzt Abteilungsleiter? Na bravo, dachten nicht wenige Fans des FCG.

Raubein Alfred kommt ursprünglich aus Lachhausa. Der dort ansässige Verein ist der absolute Erzfeind des FCG. Nach seiner Jugendzeit bei der TSG Lachhausa entschied sich Raubein Alfred, seine aktive Karriere beim FCG zu beginnen und schließlich auch zu beenden. Der Grund war eigentlich einfach: seine Frau kam aus Glaubschdued und deswegen zog es ihn zum FCG. Insgesamt 30 Jahre hat Raubein Alfred dort in der aktiven Mannschaft gespielt. Der Wechsel von der TSG Lachhausa zum FCG hatte schon damals für Hass und Anfeindungen gegenüber Raubein Alfred und seiner Familie gesorgt, da die Lachhausaner in ihm eines der größten Talente des Vereins sahen. Raubein Alfred hat mit seiner leider schon verstorbenen Ehefrau eine Tochter. Und jetzt kommt's. Wie es damals der Zufall so wollte, lernte seine Tochter ausgerechnet „Kahlkopf-Plauze“ Karl-Friedrich kennen und unglücklicherweise auch noch lieben. Als wäre das nicht schon die Krönung gewesen, nein, dann heirateten die beiden auch noch.

Zu diesem Zeitpunkt war Karl-Friedrich noch treuer Weggefährte des FCG. So richtig warm wurde Raubein Alfred trotzdem nie mit seinem Schwiegersohn, da ihm seine überhebliche und arrogante Art, die er zweifelsohne an sich hatte, äußerst missfiel. Freude sah zwar anders aus, aber was will man machen, wenn die eigene Tochter einen bestrafen möchte. Von dieser Theorie ging Raubein Alfred nämlich aus, als erfuhr, dass seine Tochter diesen Typen heiraten würde.
Nach zehn Jahren Ehe kam dann, für Raubein Alfred glücklicherweise und nicht gerade überraschend, die Scheidung seiner Tochter von Karl-Friedrich. Für Alfred war dies lange vorherzusehen. Zumindest sagte er das immer, wenn er es seiner Tochter heimzahlen möchte. „Ich habe es ja schon immer gesagt“, war dann sein Satz, mit welchem er seine Tochter nämlich aufs Äußerste verärgern konnte und daraufhin Blicke einfing, die man nicht einmal seinem schlimmsten Feind wünscht.

Und nun zu Karl-Friedrich, dem Feind von Raubein Alfred. Karl-Friedrich führte seit einigen Jahren seine Firma alleine. Sein Vater musste sich gezwungenermaßen zurückziehen. Er war der Patriarch im Unternehmen und der alleinige Herrscher. Nur seine Entscheidungen hatten damals Gewicht. Die von Karl-Friedrich wurden mehr oder weniger toleriert. Hier endet der positive Teil der Geschichte. Unglücklicherweise musste sich Karl-Friedrichs Vater von heute auf morgen aus dem Unternehmen verabschieden. Zwei Tage nachdem im hauseigenen Unternehmen der Betriebsrat gegründet wurde, bekam er einen schweren Herzinfarkt. Böse Zungen behaupteten: das kann doch kein Zufall sein.