"Bernstadter verabeitet Opas Erinnerungen zum Buch"

von Josephine Schuster

Wer schon einmal vor einem weißen Blatt Papier saß und keine Idee für eine spannende Geschichte hatte,  kann sich vorstellen, wie schwierig es sein muss, ein Buch zu schreiben. Andersrum war’s bei Oliver Strobel aus Bernstadt. Der 28-Jährige wollte eigentlich kein Buch schreiben – aber er hatte eine spannende Geschichte.

Das kam so: Nach der Masterarbeit und vor dem neuen Job waren ein paar Wochen Zeit. Oliver Strobel half  seinem Großvater Albert Seitz im Wald. Abends, beim Bier, erzählte der Opa von früher. Das Thema: Fußball.

„Das gab’s früher nicht“, sagte der 82-Jährige, einst in Beimerstetten aktiv am Ball, immer wieder: Zum Beispiel durften früher nur Spieler, die auch im Dorf wohnten, im dortigen Verein kicken. „Ich habe dann angefangen, alles aufzuschreiben und irgendwie hat sich da für mich ein roter Faden ergeben“, erzählt Strobel: „Um niemanden vorzuführen, habe ich die Namen geändert und die Geschichte an sich ist sozusagen auch erfunden.“

Keine Zeit für Haushalt

Zwei Jahre lang schrieb Oliver Strobel abends und an den Wochenenden an dem 340-Seiten-Schmöker. „Meine Freundin fand die Idee zwar cool, aber weniger cool fand sie dann, dass ich währenddessen aus Zeitmangel nicht mehr im Haushalt helfen konnte“, sagt Strobel lachend. Der Autor hat sein Werk im Selbstverlag herausgebracht und in einer größerer Schrift als üblich drucken lassen, damit es auch die Älteren gut lesen können.

Worum es in dem Buch geht? Um eine Saison des fiktiven Vereins FCG mit allen Höhen und Tiefen. Der Verein möchte aufsteigen, mehrere Versuche sind gescheitert. Dann wird Schorsch neuer Abteilungsleiter. Doch der steckt tief in der Midlife-Crisis – und setzt auch noch einen Rentner auf die Trainerbank …

„Mein Opa ist sehr stolz, war anfangs aber ziemlich überrascht, als er von meinen Plänen erfahren hat“, sagt Oliver Strobel, der selbst auch eine Überraschung erlebte: Sein Buch sei auf großes Interesse gestoßen, oft werde er darauf angesprochen. „Und jetzt wollen die Leute auch noch ein Hörbuch haben, und die Facebook-Seite hat auch schon über 120 Likes.“ Und, verrät Strobel, er haben schon Ideen für einen zweiten Teil.